Neue Voliere im Vogelpark Marlow eröffnet

Von , 3. Juni 2011 17:44

Neue Voliere im Vogelpark Marlow eröffnet – Beitrag zum Schutz des Schreiadlers

Anlässlich der Eröffnung der begehbaren Voliere für Vögel der Nordvorpommerschen Waldlandschaft heute Nachmittag im Vogelpark Marlow betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus: „Hier auf dem Gelände des Vogelparks Marlow entstand die „Nordvorpommersche Waldlandschaft“ im Kleinformat und es konnten Schreiadler und Schwarzstorch hier einziehen. Dieses Projekt ist ein exzellentes Vorhaben, das mithilft, diesen seltenen Vogel bekannt zu machen und gleichzeitig dafür sorgt, dass niemand auf eigene Faust in die Natur gehen muss, um den „Pommernadler“ einmal zu sehen. Zwar ist das Naturerlebnis, auch für unsere Gäste zu fördern, doch würden Freizeitaktivitäten an der falschen Stelle im Zweifel den scheuen Vogel empfindlich beim Brutgeschäft stören.“

Die Gesamtkosten in Höhe von ca. 122.000 € wurden mit 50.000 € aus Mitteln des Regionalentwicklungsprojektes „Nordvorpommersche Waldlandschaft“ gefördert. Daran ist das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit 85 %, das Landwirtschafts- und Umweltministerium M-V mit 10% und die hiesige Region mit 5 % beteiligt.

Die neue Voliere entspricht dem Grundkonzept des Vogelparks Marlow Tiere ganz nah zu erleben und trägt in einer touristischen Region enorm dazu bei, den Kindern einen gewissenhaften Umgang mit der Umwelt zu vermitteln.

Der Schreiadler ist nicht nur die kleinste Adlerart in Deutschland, sondern auch sehr in seinem Bestand bedroht. „Jedes Jahr im Frühling kommen die Schreiadler aus verschiedenen Gebieten Afrikas zurück in die Gegend,
weil sie hier noch relativ ungestörte Brut- und Nahrungshabitate in den Wäldern und im angrenzenden Offenland vorfinden. Aktuell gibt es zehn Brutpaare in der Nordvorpommerschen Waldlandschaft.

Da der Schutz des Schreiadlers oder Pommernadlers
nicht losgelöst von der gesamten regionalen
und auch wirtschaftlichen Entwicklung bearbeitet werden kann, haben Land- und Forstwirtschaftler, Ornithologen, Landschaftsökologen, Praktiker aus der Kommunalpolitik
sowie Touristiker an einem integrierten Konzept gearbeitet.

Der Wettbewerb IDEE.NATUR – Zukunftspreis Naturschutz bot die einmalige Chance, diesen natürlichen Reichtum behutsam zu nutzen und zugleich Biodiversität zu erhalten und zu fördern.

Das Projekt „Vorpommersche Waldlandschaft“ war eines von 120 Wettbewerbsbeiträgen aus dem gesamten Bundesgebiet. Es wurde Preisträger in der Kategorie „Wälder“.

Als Leitart des Projekts sollen die Schreiadler-Brutreviere innerhalb der Kerngebietskulisse erhalten und gestärkt werden. 10 aktuelle Brutreviere sollen gesichert und die fünf historischen Reviere wieder besiedelbar bleiben. Dazu sollen Waldschutzareale im Horstbereich dieser 15 Brutreviere eingerichtet werden. „Wir setzen dabei auf freiwillige Vereinbarungen mit den Landnutzern, weil dadurch ein partnerschaftliches Miteinander von Nutz- und Schutzinteressen am besten gewährleistet werden kann“, betonte der Minister.

Pressemitteilung Nr. 157/2011 – 01.06.2011 – LU – Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

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