Riffe in der Ostsee

Von , 27. Oktober 2011 12:58

Morgen, am 28.10. 2011 wird im Rahmen der Initiative des Bundespräsidenten Christian Wulf und der Deutschen Bank „Deutschland Land der Ideen“ das Riffprojekt und dessen Nachnutzungsmöglichkeit prämiert. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Thomas Sawatzki von der Deutschen Bank in Rostock wird stellvertretend die „Seestation Baltic Reef“ als „Ausgewählten Ort 2011“ auszeichnen. Damit ist sie einer von 365 Preisträgern, die jedes Jahr prämiert werden. Minister Dr. Till Backhaus freut sich, dass mit dem künstlichen Riff in der Ostsee ein Projekt aus Mecklenburg-Vorpommern als „vorbildliches Beispiel für innovative Umweltbildung“ geehrt wird. Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei habe wissenschaftliche Forschung auf internationalem Spitzenniveau mit einer lebendigen und kreativen Wissensvermittlung für die breite Öffentlichkeit verbunden – so die Einschätzung der Jury.

Aus 2.600 eingereichten Bewerbungen überzeugte das Baltic Reef Nienhagen die unabhängige Jury und repräsentiert mit seinem Konzept Deutschland als das „Land der Ideen“. „Wir brauchen Ideen, Engagement und Tatkraft, um Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft weiterzuentwickeln. Die Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ bringen sich vorbildlich ein und fördern damit die Zukunftsfähigkeit von Kommunen, Regionen und Deutschland als Innovationsstandort“, begründete Thomas Sawatzki das Engagement der Deutschen Bank.

In der zweiten Phase (2000 bis 2008) des seit 1994 bestehenden Riffprojektes war der Nachweis zur Erhöhung der fischereilichen Bedeutung der Ostsee durch das Riffprojekt erbracht worden. Das konnte in der Projektphase 2009 bis heute anhand der Untersuchungsprogramme statistisch untermauert werden.

Mit dem Riff existiert ein in der Ostsee in sich funktionierendes Ökosystem, das aber auch in seiner Jahresdynamik besondere Ereignisse hat. Mit diesem langfristigen wissenschaftlichen Programm wurde Fachwissen zusammengetragen, was weltweit anerkannt wird.

Für die Ostsee gibt es kein vergleichbares Projekt. Die Errichtung eines Messmastes am zweiten Versuchsriff Höhe ROSENORT in 6 m Wassertiefe zur Erforschung zerstörter Habitate und der Arbeitsplattform am Riff NIENHAGEN versetzen die Forscher in die Lage, ganzjährig Unterwasserbeobachtungstechnik einzusetzen und eine Messdatenerfassung abzusichern. So werden in den nächsten Jahren vor allem die Untersuchungen zum Fischverhalten und zum ökologischen Potential künstlicher Riffe weitergeführt. Das Algen-Pilotprojekt „Delesseria“ soll Ende 2012 abgeschlossen und die Untersuchungsergebnisse für eine wirtschaftliche Nutzung vorbereitet werden.

Für eine Organisation der Nachnutzung der Riffe wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Schwerpunkt war, Möglichkeiten der kommerziellen Nutzung zu entwickeln, auch um die Ergebnisse der Forschung der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Ergebnisse werden in Form einer Präsentation am 28.10.2011 der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ob es gelingen wird, Investoren für die enormen Kosten von 184 Mio. € zu finden, bewertet Dr. Till Backhaus sehr skeptisch.

Pressemitteilung Nr. 290/2011 – 27.10.2011 – LU – Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

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