Vereinbarung über Naturschutz, Angeln und Wassersport in der Wismarbucht

Von , 28. Oktober 2013 08:19

Die Gemeinde Ostseebad Poel sowie die Fördervereine „Poeler Kogge“ und „Schoner ATALANTA“ unterzeichneten am Freitag die freiwillige Vereinbarung „Naturschutz, Wassersport und Angeln in der Wismarbucht“. Die Vereinbarung besteht bereits seit dem 15. Juli 2005. Aus den anfangs 19 Unterzeichnern sind nun 35 geworden, die sich dafür einsetzen, die Interessen von Anglern und Wassersportler mit den Erfordernissen des Naturschutzes in Einklang zu bringen. Eine gleichgeartete Vereinbarung gibt es für den „Greifswalder Bodden und Strelasund“.

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus dankt den Mitgliedern der Projektgruppe Wismarbucht für ihr ehrenamtliches Engagement zwischen Boltenhagen und Rerik. Ihr Projektgebiet umfasst das Europäische Vogelschutzgebiet „Wismarbucht und Salzhaff“ sowie das FFH-Gebiet „Wismarbucht“ auf einer Fläche von etwa 42.500 ha; davon sind knapp 30.000 ha Wasser.

Neben den hier brütenden Küstenvogelarten wie dem Austernfischer, der Sturmmöwe, der Küstenseeschwalbe und dem Mittelsäger halten sich in der Buchtauf ihrem Weg zwischen Brutplätzen und Winterquartier u. a. alljährlich auch 30.000 Bergenten, 30.000 Reiherenten, 20.000 Eiderenten und 15.000 Blässgänse auf. Und bereits im Hochsommer werden 5.000 Höckerschwäne, 4.000 Graugänse, 4.000 Schellenten, 18.000 Blässhühner sowie zahlreiche Wattvogelarten gezählt.

Auf Grund ihrer geschützten Lage hat die Bucht auch eine große Bedeutung für den Wassersport und das Angeln und damit auch für den Tourismus. Angler und Fischer finden hier das ganze Jahr über gute Fangbedingungen für Dorsch, Hering, Meerforelle, Hornfisch, Flunder und Aal.

Gemeinsam mit allen Vereinen und Naturschützern hat die Projektgruppe Wismarbucht zehn besonders sensible Bereiche festgelegt. Einige dieser Bereiche sollen von wassersportlichen und anderen touristischen Nutzungen freigehalten, andere Bereiche durch vorsichtige und schonende Nutzung während der Saison geschützt werden. Seit 2008 informiert ein mit einem Boot (finanziert aus Mitteln der BINGO-Umweltlotterie) ausgestatteten „Buchtmanager“ Wassersportler, Gemeinden und Bürger über die Bedeutung der Wismarbucht als europäisches Schutzgebiet, die Arbeit der Projektgruppe und über die Inhalte der freiwilligen Vereinbarung.

Pressemitteilung Nr. 341/2013 – 25.10.2013 – LU – Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Das Landwirtschafts- und Umweltministerium unterstützt die Projektgruppe auch finanziell. So konnte seit 2008 die Arbeit des Buchtmanagers mit Mitteln der EU und des Landes in Höhe von knapp 120.000 Euro gefördert werden.

Da das Projekt eine große Vorbildwirkung hat, wurde es im Rahmen des Konzepts „Erhaltung und Entwicklung der Biologischen Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern“ als sogenanntes Leuchtturmprojekt mit modellhaftem Charakter aufgenommen.

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